Die folgenden Optionen werden verstanden:
-t, --type=
Das Argument ist eine Kommata-getrennte Liste der Unit-Typen wie
service und
socket. Wenn Units mit
list-units,
list-dependencies,
show oder
status aufgelistet werden, werden nur die angegebenen Typen gezeigt. Standardmäßig werden Units aller Typen angezeigt.
Als Spezialfall wird eine Liste der erlaubten Werte angezeigt und das Programm beendet sich, falls eines der Argumente help ist.
--state=
Das Argument ist eine Kommata-getrennte Liste von Zuständen LOAD, SUB oder ACTIVE sein. Zeigt nur die Units in den angegebenen Zuständen an, wenn diese mit
list-units,
list-dependencies,
show oder
status aufgelistet werden. Verwenden Sie
--state=failed oder
--failed, um nur fehlgeschlagene Units anzuzeigen.
Als Spezialfall wird eine Liste der erlaubten Werte angezeigt und das Programm beendet sich, falls eines der Argumente help ist.
Hinzugefügt in Version 206.
-p, --property=
Begrenzt die Anzeige auf die angegebenen Eigenschaften bei der Anzeige der Eigenschaften von Units/Aufträgen/Verwalter mit dem Befehl
show. Das Argument sollte eine Kommata-getrennte Liste von Eigenschaftsnamen wie »MainPID« sein. Falls nicht angegeben, werden alle bekannten Eigenschaften angezeigt. Falls mehr als einmal angegeben, werden alle Eigenschaften mit den angegebenen Namen angezeigt. Für Eigenschaftsnamen ist die Shell-Vervollständigung implementiert.
Für den Verwalter selbst wird systemctl show alle verfügbaren Eigenschaften anzeigen. Die meisten davon sind von den in systemd-system.conf(5) beschriebenen Optionen abgeleitet oder stimmen eng mit ihnen überein.
Eigenschaften für Units unterscheiden sich zwischen Unit-Typen, daher ist die Anzeige einer Unit (selbst einer nicht vorhandenen) ein Weg, um die Eigenschaften, die diese Unit betreffen, aufzulisten. Ähnlich wird die Anzeige eines Auftrags die allen Aufträgen zugehörigen Eigenschaften auflisten. Eigenschaften für Units sind in systemd.unit(5) und den Seiten für die individuellen Unit-Typen systemd.service(5), systemd.socket(5) usw. dokumentiert.
-P
Äquivalent zu
--value --property=, d.h. zeigt den Wert der Eigenschaft ohne den Eigenschaftsnamen und »=«. Beachten Sie, dass die einmalige Verwendung von
-P auch die mit
-p/
--property= aufgeführten Eigenschaften betrifft.
Hinzugefügt in Version 246.
-a, --all
Zeigt beim Auflisten von Units mit
list-units auch inaktive Units und Units, die anderen Units folgen, an. Bei der Anzeige der Eigenschaften von Units/Aufträgen/Verwaltern werden alle Eigenschaften angezeigt, unabhängig davon, ob sie gesetzt sind oder nicht.
Um alle im Dateisystem installierten Units aufzulisten, verwenden Sie stattdessen den Befehl list-unit-files.
Zeigt beim Auflisten von Units mit list-dependencies alle abhängigen Units rekursiv an (standardmäßig werden nur Abhängigkeiten von Ziel-Units angezeigt).
Zeigt bei der Verwendung mit status Journal-Nachrichten vollständig an, selbst falls sie nicht darstellbaren Zeichen enthalten oder sehr lang sind. Standardmäßig werden Felder mit nicht darstellbaren Zeichen als »blob data« abgekürzt«. (Beachten Sie, dass das Textanzeigeprogramm die nicht darstellbaren Zeichen wieder maskieren könnte.)
-r, --recursive
Beim Auflisten von Units werden auch Units von lokalen Containern angezeigt. Units von lokalen Containern wird der Container-Name vorangestellt, getrennt durch einen einzelnen Doppelpunkt (»:«).
Hinzugefügt in Version 212.
--reverse
Zeigt mit
list-dependencies inverse Abhängigkeiten an, d.h. folgt Abhängigkeiten vom Typ
WantedBy=,
RequiredBy=,
UpheldBy=,
PartOf=,
BoundBy= statt
Wants= und ähnlichen.
Hinzugefügt in Version 203.
--after
Zeigt mit
list-dependencies Units an, die vor der angegebenen Unit angeordnet sind. Mit anderen Worten, listet rekursiv Units, die der Abhängigkeit
After= folgen, auf.
Beachten Sie, dass jede Abhängigkeit After= automatisch gespiegelt wird, um eine Abhängigkeit Before= zu erstellen. Temporäre Abhängigkeiten können explizit angegeben werden, werden aber auch implizit für Units mit den Zielen WantedBy= (siehe systemd.target(5)) und als Ergebnis von anderen Anweisungen (beispielsweise RequiresMountsFor=) erstellt. Sowohl explizit als auch implizit eingeführte Abhängigkeiten werden mit list-dependencies angezeigt.
Bei der Übergabe an den Befehl list-jobs wird für jeden dargestellten Auftrag angezeigt, welche anderen Aufträge auf ihn warten. Kann mit --before kombiniert werden, um sowohl die Aufträge, die auf jeden Auftrag warten, als auch alle Aufträge, auf die jeder Auftrag wartet anzuzeigen.
Hinzugefügt in Version 203.
--before
Zeigt mit
list-dependencies Units an, die nach der angegebenen Unit angeordnet sind. Mit anderen Worten, listet rekursiv Units, die der Abhängigkeit
Before= folgen, auf.
Bei der Übergabe an den Befehl list-jobs wird für jeden dargestellten Auftrag angezeigt, auf welche anderen Aufträge er wartet. Kann mit --after kombiniert werden, um sowohl die Aufträge, die auf jeden Auftrag warten, als auch alle Aufträge, auf die jeder Auftrag wartet anzuzeigen.
Hinzugefügt in Version 212.
--with-dependencies
Bei der Verwendung mit
status,
cat,
list-units und
list-unit-files geben diese Befehle alle angegebenen Units und die Abhängigkeiten von diesen Units aus.
Die Optionen --reverse, --after, --before können zur Änderung, welche Abhängigkeitsarten gezeigt werden, verwandt werden.
Hinzugefügt in Version 245.
-l, --full
Verkürzt Unit-Namen, Prozessbaumeinträge, Journal-Ausgabe nicht und schneidet Unit-Beschreibungen in der Ausgabe von
status,
list-units,
list-jobs und
list-timers nicht ab.
Zeigt auch Installationsziele in der Ausgabe von is-enabled an.
--value
Zeigt bei der Ausgabe der Eigenschaften mit
show nur den Wert an, der Eigenschaftsname und das »=« wird übersprungen. Siehe auch obige Option
-P.
Hinzugefügt in Version 230.
--show-types
Zeigt bei der Anzeige von Sockets auch den Typ des Sockets an.
Hinzugefügt in Version 202.
--job-mode=
Beim Einstellen eines Auftrags in die Warteschlangen steuert diese Option, wie mit bereits in der Warteschlange befindlichen Aufträgen umgegangen werden soll. Sie akzeptiert entweder »fail«, »replace«, »replace-irreversibly«, »isolate«, »ignore-dependencies«, »ignore-requirements«, »flush«, »triggering« oder »restart-dependencies«. Standardmäßig »replace«, außer wenn der Befehl
isolate verwandt wird, da dieser den Auftragsmodus »isolate« impliziert.
Falls »fail« angegeben ist und die angeforderte Aktion in Konflikt mit einem anhängigen Auftrag steht (genauer: dazu führt, dass ein anhängiger Auftrag in einen Stopp-Auftrag oder umgedreht umgewandelt wird), wird die Aktion fehlschlagen.
Falls (die Vorgabe) »replace« angegeben ist, wird jeder in Konflikt stehende anhängige Auftrag falls notwendig ersetzt.
Falls »replace-irreversibly« angegeben ist, wird wie bei »replace« agiert, aber die neuen Aufträge als unumkehrbar markiert. Dies hindert zukünftige in Konflikt stehende Transaktionen daran, diese Aufträge zu ersetzen (oder sie selbst daran, in die Warteschlange aufgenommen zu werden, während die irreveresiblen Aufträge noch anhängig sind). Irreversible Aufträge können weiterhin mit dem Befehl cancel abgebrochen werden. Dieser Auftragmodus sollte bei jeder Transaktion, die shutdown.target hereinzieht, verwandt werden.
»isolate« ist nur für Startaktionen gültig und führt dazu, dass alle anderen Units beendet werden, wenn die angegebene Unit gestartet wird. Dieser Modus wird immer verwandt, wenn der Befehl isolate verwandt wird.
»flush« führt dazu, dass alle Aufträge in der Warteschlange abgebrochen werden, wenn der neue Auftrag in die Warteschlange eingestellt wird.
Falls »ignore-dependencies« angegeben ist, werden alle Unit-Abhängigkeiten für diesen neuen Auftrag ignoriert und die Aktion wird sofort ausgeführt. Falls übergeben, werden keine für die Unit benötigten Units hereingezogen und keine Ordnungsabhängigkeiten berücksichtigt. Dies dient hauptsächlich der Fehlersuche und als Rettungswerkzeug für den Administrator und sollte von Anwendungen nicht verwandt werden.
»ignore-requirements« ist ähnlich zu »ignore-dependencies«, führt aber nur dazu, dass die Voraussetzungsabhängigkeiten ignoriert werden, die Ordnungsabhängigkeiten werden weiterhin respektiert.
»triggering« kann nur mit systemctl stop verwandt werden. In diesem Modus wird die angegebene Unit und alle aktiven Units, die es auslöst, gestoppt. Siehe die Diskussion von Triggers= in systemd.unit(5) für weitere Informationen über auslösende Units.
»restart-dependencies« darf nur mit systemctl start verwandt werden. In diesem Modus werden Abhängigkeiten der angegebenen Unit eine Neustart-Weiterleitung erhalten, als ob der Neustart-Auftrag für die Unit in die Warteschlange gestellt worden wäre.
Hinzugefügt in Version 209.
-T, --show-transaction
Zeigt eine knappe Information über alle Aufträge in der Warteschlange an, wenn eine Unit in die Warteschlange gestellt wird (beispielsweise als Auswirkung des Aufrufs
systemctl start oder ähnlichem). Dabei werden sowohl die angeforderten Aufträge als auch alle aufgrund von Unit-Abhängigkeiten hinzugefügte berücksichtigt. Beachten Sie, dass die Ausgabe nur Aufträge enthalten wird, die sofort Teil der angeforderten Transaktion sind. Es ist möglich, dass die Ausführung des Programmcodes des Dienstes zum Hochfahren die Auswirkung hat, dass die angeforderten Aufträge dass Hereinziehen weiterer Aufträge anfordern. Das bedeutet, dass beim Abschluss der angezeigten Aufträge letztendlich mehr Aufträge als die angezeigten enthalten sein könnten.
Hinzugefügt in Version 242.
--fail
Kurzform von
--job-mode=fail.
Wird dies mit dem Befehl kill zusammen verwandt, wird die Aktion zu einem Fehler führen, falls keine Units getötet wurden.
Hinzugefügt in Version 227.
--check-inhibitors=
Diese Option steuert, wie das Überprüfen der Unterdrückungssperren erfolgt, wenn das Herunterfahren oder der Schlafzustand erbeten wurde. Sie akzeptiert entweder »auto«, »yes« oder »no«. Standardmäßig »auto«, das sich wie »yes« für interaktive Aufrufe (d.h. von einem TTY) und wie »no« für nicht interaktive Aufrufe verhalten wird. »yes« ermöglicht es, dass die Anfrage Unterdrückungssperren berücksichtigt. »no« führt dazu, dass die Anfrage Unterdrückungssperren ignoriert.
Anwendungen können Unterdrückungssperren einrichten, um zu verhindern, dass bestimmte wichtige Aktionen (wie das Brennen von CDs) durch das Herunterfahren des Systems oder Schlafen unterbrochen werden. Jeder Benutzer kann diese Sperren erlangen und privilegierte Benutzer dürfen diese Sperren außer Kraft setzen. Falls irgendwelche Sperren erlangt wurden, werden Anfragen zum Herunterfahren oder für Schlafzustände normalerweise fehlschlagen (außer sie sind privilegiert). Falls allerdings »no« oder »auto« bei nicht interaktiven Anfragen angegeben wurde, wird die Aktion versucht. Falls Sperren vorhanden sind, könnte die Aktion zusätzliche Privilegien benötigen.
Die Option --force stellt eine andere Möglichkeit, Unterdrücker außer Kraft zu setzen, bereit.
Hinzugefügt in Version 248.
-i
Kurzform für
--check-inhibitors=no.
Hinzugefügt in Version 198.
--dry-run
Gibt einfach aus, was getan würde. Momentan von den Unterbefehlen
halt,
poweroff,
reboot,
kexec,
suspend,
hibernate,
hybrid-sleep,
suspend-then-hibernate,
default,
rescue,
emergency und
exit unterstützt.
Hinzugefügt in Version 236.
-q, --quiet
Unterdrückt die Ausgabe des Ergebnisses der verschiedenen Befehle und auch die Hinweise auf abgeschnittene Protokollzeilen. Dies unterdrückt nicht die Ausgabe von Befehlen, für die die dargestellte Ausgabe das einzige Ergebnis ist (wie show). Fehler werden immer ausgegeben.
--no-warn
In den folgenden Fällen werden die standardmäßigen Warnungen nicht angezeigt:
•Wenn systemctl aufgerufen wird, ohne das procfs auf /proc/ eingehängt ist,
•wenn enable oder disable bei Units ohne Installationsinformationen verwandt wird (d.h. dass diese keinen oder eine leeren Abschnitt »[Install]« enthalten),
•bei der Verwendung von disable kombiniert mit --user auf Units, die im globalen Bereich aktiviert sind,
•when a stop-ped, disable-d, or mask-ed unit still has active triggering units.
Hinzugefügt in Version 253.
--no-block
Wartet nicht synchron darauf, dass die angefragte Aktion sich beendet. Falls dies nicht angegeben ist, wird der Auftrag überprüft, in die Warteschlange eingereiht und systemctl wartet, bis das Hochfahren der Unit abgeschlossen ist. Durch Übergabe dieses Arguments wird nur überprüft und in die Warteschlange eingereiht. Diese Option darf nicht mit --wait kombiniert werden.
--wait
Wartet synchron darauf, dass gestartete Units sich wieder beenden. Diese Option darf nicht mit
--no-block kombiniert werden. Beachten Sie, dass dies ewig warten wird, falls eine übergebene Unit sich nie beendet (entweder selbst oder explizit gestoppt wird); insbesondere Dienste, die »RemainAfterExit=yes« verwenden.
Wird dies zusammen mit is-system-running verwandt, wird gewartet, bis der Systemstartprozess abgeschlossen ist, bevor zurückgekehrt wird.
Hinzugefügt in Version 232.
--user
Kommuniziert mit dem Diensteverwalter des aufrufenden Benutzers statt mit dem Diensteverwalter des Systems.
--system
Kommuniziert mit dem Diensteverwalter des Systems. Dies ist die implizite Vorgabe.
--failed
Listet Units im fehlgeschlagenen Zustand auf. Dies ist zu
--state=failed äquivalent.
Hinzugefügt in Version 233.
--no-wall
Versendet keine Wall-Nachrichten vor halt, power-off und reboot.
--global
Agiert im globalen Benutzerverzeichnis, falls mit enable und disable verwandt, und gibt somit eine Unit-Datei global für alle zukünftigen Anmeldungen aller Benutzer frei oder schaltetet sie aus.
--no-reload
Lädt Daemon-Konfiguration nach der Ausführung der Änderung nicht implizit neu, falls mit enable und disable verwandt.
--no-ask-password
Deaktiviert bei der Verwendung mit start und verwandten Befehlen Fragen nach Passwörtern. Hintergrunddienste können die Eingabe von Passwörtern oder Passphrasenzeichenketten benötigten, beispielsweise um Systemfestplatten oder kryptographische Zertifikate zu entsperren. Außer wenn diese Option angegeben ist und der Befehl von einem Terminal aus ausgeführt wird, wird systemctl den Benutzer auf dem Terminal nach den notwendigen Geheimnissen fragen. Verwenden Sie diesen Schalter, um das Verhalten abzuschalten. In diesem Fall muss das Passwort über einen anderen Weg bereitgestellt werden (beispielsweise graphische Passsworte-Agenten) oder der Service könnte fehlschlagen. Dies deaktiviert auch die Abfrage des Benutzers für die Authentifizierung für privilegierte Aktionen.
--kill-whom=
Wählt bei der Verwendung mit
kill aus, welchen Prozessen ein UNIX-Prozesssignal gesandt werden soll. Muss einer aus
main,
control und
all sein, um auszuwählen, ob nur der Hauptprozess, der Steuerprozess oder alle Prozess der Unit getötet werden soll(en). Der Hauptprozess der Unit ist derjenige, der die Lebensdauer bestimmt. Ein Steuerprozess einer Unit ist derjenige, der durch den Verwalter aufgerufen wird, um Statusänderungen zu veranlassen. Beispielsweise sind alle Prozesse, die aufgrund von
ExecStartPre=-,
ExecStop=- oder
ExecReload=-Einstellungen von Dienste-Units gestartet werden, Steuerprozesse. Beachten Sie, dass es für jeden Zeitpunkt nur einen Steuerprozess pro Unit gibt, da nur eine Statusänderung gleichzeitig ausgeführt wird. Für Dienste vom Typ
Type=forking ist der vom Verwalter für
ExecStart= initial gestartete Prozess der Steuerprozess, während der schließlich mittels Fork gestartete Prozess dann als Hauptprozess der Unit betrachtet wird (falls er bestimmt werden kann). Dies ist für Dienste-Units von anderen Typen verschieden, wo der vom Verwalter für
ExecStart= mit Fork gestartete Prozess immer der Hauptprozess selbst ist. Eine Dienste-Unit besteht aus keinem oder einem Hauptprozess, keinem oder einem Steuerprozess sowie einer beliebigen Anzahl von zusätzlichen Prozessen. Allerdings verwalten nicht alle Unit-Typen Prozesse dieser Typen. Für Einhänge-Units sind beispielsweise Steuerprozesse definiert (die die Aufrufe von /bin/mount und /bin/umount sind), aber es ist kein Hauptprozess definiert. Falls weggelassen, ist die Vorgabe
all.
Hinzugefügt in Version 252.
--kill-value=GANZZAHL
Falls zusammen mit dem Befehl
kill verwandt, wird ein Signal zusammen mit dem ganzzahligen Werteparameter zu den angegebenen Prozess(en) in die Warteschlange stellen. Diese Aktion ist nur für POSIX-Echtzeitsignale verfügbar (d.h.
--signal=SIGRTMIN+… oder
--signal=SIGRTMAX-… und stellt sicher, dass Signale mittels des Systemaufrufs
sigqueue(3)EN anstelle von
kill(3) erstellt werden. Der angegebene Wert muss eine vorzeichenbehaftete 32-bit Ganzzahl sein und darf in dezimaler, hexadezimaler (mit vorangestelltem »0x«), oktaler (mit vorangestelltem »0o«) oder binärer (mit vorangestelltem »0b«) Darstellung angegeben werden.
Falls diese Option verwandt wird, wird dieses Signal nur bei dem Steuer- oder Hauptprozess der Unit in die Warteschlange gestellt, niemals bei anderen Prozessen, die zu der Unit gehören, d.h. --kill-whom=all wird nur die Haupt- und Steuerprozesse betreffen, aber keine anderen Prozesse.
Hinzugefügt in Version 254.
-s, --signal=
Sucht bei der Verwendung mit
kill das Signal aus, das an ausgewählte Prozesse gesandt wird. Muss eines der gut bekannten Signalkennungen wie
SIGTERM,
SIGINT oder
SIGSTOP sein. Falls weggelassen, ist die Vorgabe
SIGTERM.
Der besondere Wert »help« wird alle bekannten Werte darstellen und das Programm wird sich sofort beenden; der besondere Wert »list« wird alle bekannten Werte zusammen mit ihren numerischen Signalnummern darstellen und das Programm wird sich sofort beenden.
--what=
Wählt aus, welche Art von Unit-bezogenen Ressourcen entfernt werden, wenn der Befehl
clean aufgerufen wird, siehe oben. Akzeptiert entweder
configuration,
state,
cache,
logs,
runtime oder
fdstore, um die Art der Ressource auszuwählen. Diese Option kann mehr als einmal angegeben werden, wodurch alle angegebenen Ressourcentypen entfernt werden. Akzeptiert auch den besonderen Wert
all, als Abkürzung zur Angabe aller sechs Ressourcentypen. Falls diese Option nicht angegeben ist, ist die Vorgabe die Kombination von
cache,
runtime und
fdstore, d.h. den drei Arten von Ressourcen, die im Allgemeinen als redundant betrachtet und beim nächsten Aufruf rekonstruiert werden können. Beachten Sie, dass die explizite Entfernung des Ressourcentyps
fdstore nur nützlich ist, falls die Option
FileDescriptorStorePreserve= aktiviert ist, da der Dateideskriptorspeicher andernfalls automatisch bereinigt wird, wenn die Unit gestoppt wird.
Hinzugefügt in Version 243.
-f, --force
Setzt bei der Verwendung mit
enable alle existierenden, im Konflikt stehenden Symlinks außer Kraft.
Erstellt bei der Verwendung mit edit alle angegebenen Units, die noch nicht existieren.
Führt bei der Verwendung mit halt, poweroff, reboot oder kexec die ausgewählten Aktionen ohne Herunterfahren aller Units aus. Allerdings werden alle Prozesse zwangsweise beendet und alle Dateisysteme ausgehängt oder neu nur lesbar wieder eingehängt. Dies ist daher eine drastische, aber relativ sichere Option, um einen sofortigen Neustart anzufragen. Falls --force zweimal für diese Aktionen angegeben ist (mit der Ausnahme von kexec), werden sie sofort ausgeführt, ohne alle Prozesse zu beenden oder Dateisysteme auszuhängen. Warnung: Die zweifache Angabe von --force mit jeden dieser Aktionen kann zu Datenverlust führen. Beachten Sie, dass bei zweifacher Angabe von --force die ausgewählte Aktion von systemctl selbst ausgeführt wird und kein Kontakt zum Systemverwalter aufgenommen wird. Dies bedeutet, dass dieser Befehl erfolgreich sein sollte, selbst wenn der Systemverwalter abgestürzt ist.
--message=
Setzt bei der Verwendung mit
halt,
poweroff oder
reboot eine kurze Nachricht, die den Grund für die Aktion beschreibt. Die Nachricht wird zusammen mit der Standard-Herunterfahrnachricht protokolliert.
Hinzugefügt in Version 225.
--now
Startet bei der Verwendung mit
enable die Units auch. Bei der Verwendung mit
disable oder
mask werden die Units auch gestoppt. Die Start- oder Stopp-Aktion wird nur durchgeführt, wenn die zugehörige Freigabe- oder Ausschaltaktion erfolgreich war.
Hinzugefügt in Version 220.
--root=
Verwendet beim Einsatz mit enable/disable/is-enabled (und verwandten Befehlen) die angegebenen Wurzelpfade beim Suchen nach Unit-Dateien verwandt. Falls diese Option vorhanden ist, wird systemctl auf dem Dateisystem direkt arbeiten, statt mit dem Daemon systemd zu kommunizieren, um die Änderungen auszuführen.
--image=Abbild
Akzeptiert einen Pfad zu einer Plattenabbilddatei oder einem Blockgerätenamen. Falls angegeben, werden alle Aktionen auf das Dateisystem in dem angegebenen Plattenabbild angewandt. Diese Option ist ähnlich zu
--root=, agiert aber auf Dateisystemen, die in Plattenabbildern oder Blockgeräten gespeichert sind. Das Plattenabbild sollte entweder nur ein Dateisystem oder eine Reihe von Dateisystemen innerhalb einer GPT-Partitionstabelle enthalten, die der
Spezifikation für auffindbare Partitionen[2] folgt. Für weitere Informationen über unterstützte Plattenabbilder, siehe den Schalter von
systemd-nspawn(1) mit dem gleichen Namen.
Hinzugefügt in Version 252.
--image-policy=Richtlinie
Akzeptiert gemäß
systemd.image-policy(7) eine Abbildrichtlinienzeichenkette als Argument. Die Richtlinie wird bei Aktionen auf dem mittels
--image= angegebenen Plattenabbild durchgesetzt, siehe oben. Falls nicht angegeben ist die Vorgabe die Richtlinie »*«, d.h. alle erkannten Dateisysteme im Abbild werden verwandt.
--runtime
Führt bei der Verwendung mit
enable,
disable,
edit (und verwandten Befehlen) Änderungen nur temporär durch, so dass sie beim nächsten Neustart verloren sind. Dies hat den Effekt, dass Änderungen nicht in dem Unterverzeichnis von /etc/, sondern in /run/ durchgeführt werden, mit identischen sofortigen Effekten, da allerdings die Änderungen bei letzterem beim Neustart verloren gehen, gehen auch die Änderungen verloren.
Ähnlich erfolgen bei der Verwendung mit set-property die Änderungen nur temporär, so dass sie beim nächsten Neustart verloren sind.
--preset-mode=
Akzeptiert »full« (die Vorgabe), »enable-only« oder »disable-only«. Steuert bei der Verwendung mit den Befehlen
preset oder
preset-all, ob Units entsprechend der Voreinstellungsregeln ausgeschaltet oder freigegeben oder nur freigegeben oder nur ausgeschaltet werden sollen.
Hinzugefügt in Version 215.
-n, --lines=
Steuert bei der Verwendung mit status die Anzahl der anzuzeigenden Journal-Zeilen, gezählt von der neuesten. Akzeptiert als Argument eine positive Ganzzahl oder 0, um die Journal-Ausgabe zu deaktivieren. Standardmäßig 10.
-o, --output=
Steuert bei der Verwendung mit
status die Formatierung der angezeigten Journal-Einträge. Für die Auswahlmöglichkeiten siehe
journalctl(1). Standardmäßig »short«.
--firmware-setup
Zeigt der Firmware des Systems bei der Verwendung mit dem Befehl
reboot an, dass in die Firmware-Einrichtungsschnittstelle neu gestartet werden soll. Beachten Sie, dass diese Funktionalität nicht auf allen Systemen verfügbar ist.
Hinzugefügt in Version 220.
--boot-loader-menu=Zeitüberschreitung
Zeigt dem System-Bootloader im Zusammenhang mit dem Befehl
reboot an, dass der Bootloader beim nächsten Systemstart das Bootloader-Menü anzeigen soll. Akzeptiert einen Zeitwert als Parameter, der die Zeitüberschreitung des Menüs angibt. Übergeben Sie Null, um die Zeitüberschreitung des Menüs zu deaktivieren. Beachten Sie, dass nicht alle Bootloader diese Funktionalität unterstützten.
Hinzugefügt in Version 242.
--boot-loader-entry=Kennung
Zeigt dem System-Bootloader im Zusammenhang mit dem Befehl
reboot an, dass der Bootloader beim nächsten Systemstart in einen bestimmten Bootloader-Eintrag starten soll. Akzeptiert einen Bootlaoder-Eintragskennzeichner als Argument oder »help«, um die verfügbaren Einträge anzuzeigen. Beachten Sie, dass nicht alle Bootloader diese Funktionalität unterstützten.
Hinzugefügt in Version 242.
--reboot-argument=
Dieser Schalter wird mit
reboot verwandt. Der Wert ist architektur- und firmwarespezifisch. Beispielsweise könnte »recovery« zum Auslösen der Systemwiederherstellung, »fota« könnte zum Auslösen der schnurlosen Firmware-Aktualisierung verwandt werden.
Hinzugefügt in Version 246.
--plain
Bei der Verwendung mit
list-dependencies,
list-units oder
list-machines wird die Ausgabe als Liste statt als Baum dargestellt und die Aufzählungskreise werden weggelassen.
Hinzugefügt in Version 203.
--timestamp=
Ändert das Format der ausgegebenen Zeitstempel. Die folgenden Werte können verwandt werden:
pretty (dies ist die Vorgabe)
"Tag YYYY-MM-DD HH:MM:SS TZ"
Hinzugefügt in Version 248.
unix
"@seconds-since-the-epoch"
Hinzugefügt in Version 251.
us, μs
"Tag YYYY-MM-DD HH:MM:SS.UUUUUU TZ"
Hinzugefügt in Version 248.
utc
"Tag YYYY-MM-DD HH:MM:SS UTC"
Hinzugefügt in Version 248.
us+utc, μs+utc
"Tag YYYY-MM-DD HH:MM:SS.UUUUUU UTC"
Hinzugefügt in Version 248.
Hinzugefügt in Version 247.
--mkdir
Wird dies mit
bind verwandt, dann wird die Zieldatei oder das Zielverzeichnis erstellt, bevor die Bind-Einhängung angewandt wird. Beachten Sie, dass der Name dieser Option zwar anzeigt, dass sie nur für Verzeichnisse geeignet ist, sie aber auch den Zieldateiknoten, über den eingehängt werden soll, falls das einzuhängende Objekt kein Verzeichnis, sondern eine reguläre Datei, ein Geräteknoten, ein Socket oder ein FIFO ist, erstellt.
Hinzugefügt in Version 248.
--marked
Nur zusammen mit
reload-or-restart erlaubt. Stellt Neustartaufträge für alle Units, die die Markierung »needs-restart« tragen und Neulade-Aufträge für Units, die die Markierung »needs-reload« tragen, in die Warteschlange. Wenn eine Unit, die zum Neuladen markiert ist, kein Neuladen unterstützt, dann wird ein Neustart in die Warteschlange eingestellt. Diese Eigenschaften können mittels
set-property Markers=… gesetzt werden.
systemctl wird darauf warten, dass in die Warteschlange eingestellte Aufträge sich beenden, außer wenn --no-block verwandt wird.
Hinzugefügt in Version 248.
--read-only
Erstellt bei der Verwendung mit
bind eine nur lesbare Bind-Einhängung.
Hinzugefügt in Version 248.
--drop-in=NAME
Bei der Verwendung mit
edit wird
NAME als Ergänzungsdateiname statt des standardmäßigen override.conf verwandt.
Hinzugefügt in Version 253.
--when=
Bei der Verwendung mit
halt,
poweroff,
reboot oder
kexec wird die auszuführende Aktion für den angegebenen Zeitstempel eingeplant. Dieser sollte der in
systemd.time(7), Abschnitt »ZEITSTEMPEL AUSWERTEN« dokumentierten Syntax folgen. Falls insbesondere »show« angegeben ist, wird die aktuell eingeplante Aktion angezeigt, die durch Angabe einer leeren Zeichenkette oder »cancel« abgebrochen werden kann.
Hinzugefügt in Version 254.
-H, --host=
Führt die Aktion aus der Ferne aus. Geben Sie den Rechnernamen oder einen Benutzernamen und Rechnernamen (getrennt durch »@«) an, zu dem verbunden werden soll. Dem Rechnernamen darf optional ein Port, auf dem SSH auf Anfragen wartet, getrennt durch »:« und dann ein Container auf dem angegebenen Host angehängt werden, womit direkt zu einem bestimmten Container auf dem angegebenen Rechner verbunden wird. Dies verwendet SSH, um mit der Maschinen-Verwalterinstanz auf dem Rechner in der Ferne zu kommunizieren. Container-Namen dürfen mit machinectl -H RECHNER aufgezählt werden. Stellen Sie IPv6-Adressen in Klammern.
-M, --machine=
Führt die Aktion in einem lokalen Container aus. Geben Sie den Namen des Containers an, zu dem verbunden werden soll. Optional kann diesem ein Benutzername, abgetrennt durch ein »@«-Zeichen, als der verbunden werden soll, vorangestellt werden. Falls die besondere Zeichenkette ».host« anstelle des Container-Names verwandt wird, wird eine Verbindung zu dem lokalen System aufgebaut (das ist nützlich, um sich zu dem Benutzerbus eines bestimmten Benutzers zu verbinden: »--user --machine=lennart@.host«. Falls die »@«-Syntax nicht verwandt wird, wird die Verbindung als Benutzer »root« vorgenommen. Falls die »@«-Syntax verwandt wird, kann entweder die linke oder die rechte Seite fortgelassen werden (aber nicht beide). In diesem Fall wird der lokale Benutzername und ».host« angenommen.
--no-pager
Leitet die Ausgabe nicht an ein Textanzeigeprogramm weiter.
--legend=LOGISCH
Aktiviert oder deaktiviert die Ausgabe der Legende, d.h. der Spaltenüberschriften und der Fußzeile mit Hinweisen. Standardmäßig wird die Legende ausgegeben, außer dies wurde mit --quiet oder ähnlichem deaktiviert.
-h, --help
Zeigt einen kurzen Hilfetext an und beendet das Programm.
--version
Zeigt eine kurze Versionszeichenkette an und beendet das Programm.
$SYSTEMD_EDITOR
Der bei der Bearbeitung von Units zu verwendende Editor: setzt
$EDITOR und
$VISUAL außer Kraft. Falls weder
$SYSTEMD_EDITOR,
$EDITOR noch
$VISUAL vorhanden sind oder falls es auf eine leere Zeichenkette gesetzt ist oder falls seine Ausführung fehlschlug, wird Systemctl versuchen, gut bekannte Editoren in dieser Reihenfolge auszuführen:
editor(1),
nano(1),
vim(1),
vi(1).
Hinzugefügt in Version 218.
$SYSTEMD_LOG_LEVEL
Die maximale Protokollierstufe ausgesandter Nachrichten (Nachrichten mit einer höheren Protokollierstufe, d.h. weniger wichtige, werden unterdrückt). Sie muss (in absteigender Reihenfolge) entweder
alert,
crit,
err,
warning,
notice,
info,
debug oder eine Ganzzahl im Bereich 0…7 sein. Siehe
syslog(3) für weitere Informationen.
$SYSTEMD_LOG_COLOR
Ein logischer Wert. Falls wahr, werden auf das TTY geschriebene Nachrichten gemäß ihrer Priorität eingefärbt.
Diese Einstellung ist nur nützlich, falls die Nachrichten direkt auf das Terminal geschrieben werden, da journalctl(1) und andere Werkzeuge, die Protokolle anzeigen, selbständig Nachrichten gemäß ihrer Protokollierungsstufe einfärben.
$SYSTEMD_LOG_TIME
Ein logischer Wert. Falls wahr, wird den Protokollnachrichten der Konsole ein Zeitstempel vorangestellt.
Diese Einstellung ist nur nützlich, falls die Nachrichten direkt auf das Terminal oder in eine Datei geschrieben werden, da journalctl(1) und andere Werkzeuge, die Protokolle anzeigen, selbständig Zeitstempel basierend auf ihren Metadaten den Nachrichten anhängen werden.
$SYSTEMD_LOG_LOCATION
Ein logischer Wert. Falls wahr, wird den Protokollnachrichten ein Dateinamen und eine Zeilenummer in dem Quellcode, aus dem die Nachrichten stammen, vorangestellt.
Beachten Sie, dass der Protokollierort sowieso oft als Metadaten zu den Journal-Einträgen angehängt ist. Die Aufnahme in den Nachrichtentext kann bei der Fehlersuche in Programmen dennoch praktisch sein.
$SYSTEMD_LOG_TARGET
Das Ziel für Protokolliernachrichten. Entweder
console (auf das angehängte TTY protokollieren),
console-prefixed (auf das angehängte TTY protokollieren, aber die Protokollierstufe und »Einrichtung« voranstellen, siehe
syslog(3)),
kmsg (in den zirkulären Kernel-Protokollpuffer protokollieren),
journal (in das Journal protokollieren (
journal-or-kmsg (in das Journal protokollieren, falls verfügbar, und andernfalls nach Kmsg),
auto (das geeignete Protokollierziel automatisch ermitteln, die Vorgabe) oder
null (die Protokollierung deaktivieren).
$SYSTEMD_PAGER
Zu verwendendes Textanzeigeprogramm, wenn
--no-pager nicht angegeben ist; setzt
$PAGER außer Kraft. Falls weder
$SYSTEMD_PAGER noch
$PAGER gesetzt sind, wird eine Reihe wohlbekannter Textanzeigeprogrammimplementierungen der Reihe nach ausprobiert, einschließlich
less(1) und
more(1), bis eines gefunden wird. Falls keine Textanzeigeprogrammimplementierung gefunden wird, wird keines aufgerufen. Setzen der Umgebungsvariablen auf die leere Zeichenkette oder den Wert »cat« ist äquivalent zur Übergabe von
--no-pager.
Beachten Sie: Falls $SYSTEMD_PAGERSECURE nicht gesetzt ist, dann wird $SYSTEMD_PAGER (sowie $PAGER) ohne Rückmeldung ignoriert.
$SYSTEMD_LESS
Setzt die an
less übergebenen Optionen (standardmäßig »FRSXMK«) außer Kraft.
Benutzer könnten insbesondere zwei Optionen ändern wollen:
K
Diese Option weist das Textanzeigeprogramm an, sich sofort beim Druck von Strg-C zu beenden. Um
less die Handhabung von Strg-C selbst zum Umschalten auf die Eingabeaufforderung zu erlauben, setzen Sie diese Option zurück.
Falls der Wert von $SYSTEMD_LESS kein »K« enthält und less das aufgerufene Textanzeigeprogramm ist, wird Strg+C durch das Programm ignoriert und muss durch das Textanzeigeprogramm selbst gehandhabt werden.
X
Diese Option weist das Textanzeigeprogramm an, keine Termcap-Initialisierungs- und -Deinitalisierungszeichenketten an das Terminal zu senden. Dies ist standardmäßig gesetzt, damit die Darstellung von Befehlen selbst nach dem Beenden des Textanzeigeprogramms sichtbar bleibt. Allerdings stehen dadurch einige Funktionen des Textanzeigeprogramms nicht zur Verfügung; insbesondere ist das Scrollen in der Ausgabe mit der Maus nicht möglich.
Siehe less(1) für weitere Ausführungen.
$SYSTEMD_LESSCHARSET
Setzt den an less zu übergebenden Zeichensatz (standardmäßig »utf-8«, falls das aufrufende Terminal als UTF-8-kompatibel erkannt wurde) außer Kraft.
$SYSTEMD_PAGERSECURE
Akzeptiert einen logischen Wert. Wenn wahr, wird der »sichere« Modus des Seitenanzeigeprogramms verwandt, falls falsch, wird dieser deaktiviert. Falls
$SYSTEMD_PAGERSECURE überhaupt nicht gesetzt ist, dann wird der sichere Modus aktiviert, falls die effektive Kennung nicht identisch zu dem Eigentümer der Anmeldesitzung ist, siehe
geteuid(2) und
sd_pid_get_owner_uid(3). Im sicheren Modus wird
LESSSECURE=1 beim Aufruf des Seitenanzeigeprogramms gesetzt und das Seitenanzeigeprogramm muss Befehle deaktivieren, die neue Dateien öffnen oder erstellen oder die einen neuen Unterprozess starten. Falls
$SYSTEMD_PAGERSECURE überhaupt nicht gesetzt ist, werden Seitenanzeigeprogramme, bei denen unbekannt ist, ob sie einen sicheren Modus implementieren, nicht verwandt. (Derzeit implementiert nur
less(1) einen sicheren Modus.)
Hinweis: Wenn Befehle mit erhöhten Rechten ausgeführt werden, beispielsweise mittels sudo(8)EN oder pkexec(1), muss Vorsicht walten gelassen werden, um sicherzustellen, dass keine ungeplanten interaktiven Funktionalitäten aktiviert werden. Der »sichere« Modus für das Seitenanzeigeprogramm kann wie oben beschrieben automatisch aktiviert werden. Durch Setzen von SYSTEMD_PAGERSECURE=0 oder durch Nichtenfernen dieser Einstellung aus der ererbten Umgebung wird es dem Benutzer ermöglicht, beliebige Befehle auszuführen. Beachten Sie, dass auch $SYSTEMD_PAGERSECURE gesetzt werden muss, falls die Variablen $SYSTEMD_PAGER oder $PAGER berücksichtigt werden sollen. Es kann sinnvoll sein, stattdessen den Seitenanzeiger komplett mit --no-pager zu deaktivieren.
$SYSTEMD_COLORS
Akzeptiert ein logisches Argument. Wenn wahr, werden systemd und verwandte Hilfswerkzeuge Farben in ihrer Ausgabe verwenden, andernfalls wird die Ausgabe einfarbig sein. Zusätzlich kann die Variable eine der folgenden besonderen Werte annehmen: »16«, »256«, um die Verwendung von Farbe auf die grundlegenden 16 bzw. 256 ANSI-Farben zu beschränken. Dies kann festgelegt werden, um die auf $TERM und der vorliegenden Verbindung der Konsole basierende automatische Entscheidung außer Kraft zu setzen.
$SYSTEMD_URLIFY
Dies muss ein logischer Wert sein. Er steuert, ob anklickbare Links für Terminal-Emulatoren, die dies unterstützen, erstellt werden sollen. Dies kann angegeben werden, um die Entscheidung, die systemd basierend auf $TERM und anderen Bedingungen trifft, außer Kraft zu setzen.